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"d-Lecture"
ermöglicht Vorlesungsbesuch über das Internet
"Puh, war
das kompliziert heute", stöhnt der Student. Zu Hause die
böse Überraschung: Da enden manche Notizen einfach im
Nichts. Und jetzt? Rettung ist in Sicht. Über das Internet
können Studierende bald bestimmte Veranstaltungen der Bremer
Universität beliebig oft abrufen: wiederholen, was sie nicht
verstanden haben oder gar komplett verpasste Vorlesungen nachholen.
Das Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) und das IT-Unternehmen
Bremen Briteline haben zusammen ein neues Konzept für das Lehren
und Lernen über das Internet entwickelt: "d-Lecture",
zu deutsch "Digitale Veranstaltungen". Während beim
klassischen E-Learning Bücher multimedial aufbereitet würden,
nutze "d-Lecture" die täglichen Vorlesungen der Fachbereiche.
"Gerade für die Veranstaltungen, die von vielen Studierenden
besucht werden oder die besonders kompliziert sind, bietet d-Lecture
den Vorteil, dass die Vorlesungen jederzeit wieder abrufbar sind",
erklärt Professor Manfred Wischnewsky, Leiter des ZMML. Doch
nur mit einer Aufzeichnung der Veranstaltungen sei es nicht getan,
die Vorträge müssten dann zusätzlich noch mit Folien,
interaktiven Lernprogrammen, Simulationen und Hintergrund-Informationen
ergänzt werden.
Die Philosophie
von "d-Lecture" sei auch, so Wischnewsky, sich in Zukunft
über das Internet weltweit die besten Veranstaltungen mit den
besten Dozenten heraussuchen zu können. Das schaffe natürlich
eine Konkurrenzsituation für die Lehrenden und die Universitäten.
Die technischen Voraussetzungen für die Nutzer sind nicht aufwendig:
"Man braucht einen Web-Browser, einen Multimedia-Player, der
im Netz frei verfügbar ist, und einen ISDN-Internetzugang",
erklärt Björn Brünjes, technischer Leiter der Bremen
Briteline GmbH. Digitalisierte Veranstaltungen lassen sich auch
in Schulen, Weiterbildungsinstitutionen oder Unternehmen nutzen.
"D-Lecture" ist neben dem `Mobilen Campus` ein weiteres
Highlight im Bremer Bildungsbereich", hebt Bildungssenator
Willi Lemke das Angebot heraus. Gerade im Hinblich auf das "lebenslange
Lernen" biete es für viele Menschen neue Möglichkeiten,
sich beruflich oder privat bis ins hohe Alter hinein fortzubilden.
Doch im Zeitalter
der neuen Techniken und Medien dürfe der Mensch selbst nicht
in den Hintergrund treten, warnt er. "Es ist ein Unterschied,
in den Computer zu schauen oder einem Menschen in die Augen zu sehen",
so Lemke. Eine Aufgabe der Professoren sei es auch, Studierende
in ihrer Teamfähigkeit zu schulen. Das alles zu gewährleisten,
brauche viel Engagement.
Im nächsten
Wintersemester werden Bremen Briteline und das ZMML zunächst
drei Veranstaltungsreihen der Universität aufzeichen und nach
ihrer Aufbereitung zum Sommersemester 2002 ins Netz stellen. "In
dieser Zeit wollen wir auch eine sogenannte Fertigungsstrasse entwickeln,
um die Produktion der ´Digitalen Veranstaltungen´ zu
beschleunigen", kündigt Björn Brünjes an.
Und werden in
Zukunft die Hörsäle leer bleiben? "Denkbar ist, dass
die großen Vorlesungen über ´d-Lecutre´ stattfinden,
der persönliche Kontakt eher in kleinen Gruppen mit intensiver
Betreuung erfolgt", so Wischnwesky.
Quelle: Weser-Kurier vom
03.08.2001, S. 8, von Christiane Breder.
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